Was ist eine Trageberatung?


Wenn man sich heutzutage dafür entscheidet sein Baby zu tragen, bekommt man Ratschläge von allen Seiten. Die beste Freundin unterstützt den Wunsch, weil es bei ihrem Baby auch eine schöne Erfahrung war, die Schwiegermutter (die muss halt immer als Spielverderber herhalten ;-) ) rümpft die Nase, Kinderarzt, Hebamme widersprechen sich und im Internet findet man zwar viele Informationen aber eben auch Fehlinformationen. Wenn man sich dann einmal eine Meinung gebildet hat und sich ein Tragetuch oder eine ergonomische Tragehilfe zulegen möchte, geht es weiter: die Qual der Wahl. Das Angebot ist mittlerweile riesig und man muss sich erstmal durch den Dschungel der Bezeichnungen (Halfbuckle, Fullbuckle, MeiTai, Komforttrage....) arbeiten. Das schönste Modell wird dann im Netz bestellt und zu Hause stellt man fest, dass das Anlegen doch nicht ganz so leicht von der Hand geht oder dass es schon nach einem 20 minütigen Spaziergang im Rücken zwickt. Da es auch am nächsten Tag nicht besser wird, landet die Trage in der Ecke und der Kinderwagen wird wieder zur ersten Wahl. Bei einer professionellen Trageberatung lernst du, wie du das Tragetuch oder die ergonomische Tragehilfe korrekt anlegst. Dabei zeige ich dir einfache, praxiserprobte Handgriffe. Du kannst direkt mitmachen und sofort und zu jedem Zeitpunkt deine Fragen loswerden. Wir finden gemeinsam Lösungen die für deine persönliche Situationen angemessen sind, sodass das Tuch/ die Trage nicht auf die Kaiserschnittnarbe drückt oder dein Beckenboden noch nicht zu stark belastet wird etc. Auch frühgeborene oder besondere Kinder können die Vorteile des Tragens genießen! Hierbei finden wir - in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten - Möglichkeiten das Tragen für dich und dein Baby möglich zu machen.

Wie läuft eine Trageberatung ab?


Wenn du eine Trageberatung machen möchtest, setzt du dich mit mir in Verbindung. Wir finden einen Termin bei dem wir beide genug Zeit haben. Am Telefon besprechen wir deine Vorstellungen und Wünsche und ich bereite die Beratung dahingehend vor.

Ich besuche dich (sofern du das möchtest) am ausgemachten Termin zu Hause - so musst du mit dem Baby nicht noch irgenwo hin fahren - und bringe alles mit. In der Beratung werde ich dir zeigen, wie man ein Tragetuch bindet und wie man Tragehilfen anlegt. Zuerst zeige ich dir wie es funktioniert, danach üben wir mit einer babyähnlichen Puppe und wenn alle Handgriffe sitzen, wird dein Baby natürlich auch endlich von dir getragen werden!Du kannst zu jedem Zeitpunkt Fragen stellen und du bekommst durch mich die Rückversicherung, dass dein Kind "richtig" und gesund in der Trage hockt. Neben dem praktikschen Teil bekommst du von mir auch Informationen über die gesundheitlichen Vorteile des Tragens und wir klären gern auch das ein oder andere Ammenmärchen auf.

Ist es sinnvoll sein Baby zu tragen?


Der Kinderwagen wurde etwa vor 200 Jahren erfunden. Ab etwa dem 14 Jahrhundert nutzte man gelegentlich schon schubkarrenartige Wagen zum Transport von Kindern. In den Millionen Jahren davor wurden die Kinder von ihren Eltern getragen. Tragen ist also keine Modeerscheinung und kein Trend - Tragen ist die natürlichste Weise wie ein Mensch seine Nachkommen transportieren kann.
Der Mensch als Produkt der Evolution Durch erfolgreiche Anpassungen (Mutationen) konnte der Mensch sich so entwickeln wie er am besten in der Lage war am Leben zu bleiben. Diese Gene vererbte er seinen Nachkommen weiter und nun stehen wir hier. Das hat natürlich einige 100000 Jahre gedauert. Aber in diesen Jahrtausenden wurde das Modell Mensch immer "besser" und überlebensfähiger. Und wenn wir uns anschauen was dabei herausgekommen ist, wird deutlich, dass sich der Mensch an das Getragenwerden im Babyalter angepasst hat: Klammerreflex: Wird dem Neugeborenen beispielsweise der kleine Finger in die Hand gelegt, greift es fest zu. Das klappt auch an den Zehen und sogar, wenn das Baby schläft. Dieser Reflex ermöglichte es den Babies unserer Ahnen sich im Fell der Mutter festzuklammern, während sie unterwegs war und das Kind trug. Zwar haben wir heute keine so ausgeprägte Körperbehaarung mehr, aber der Reflex ist geblieben, weil er sich damals bewährt hat. Moro-Reflex: Hast du schon einmal ein Neugeborenes beobachtet, wenn es erschrickt? Die kleinen Ärmchen schnellen nach vorn als würde es versuchen etwas zu umarmen. Dieser Reflex bewahrte die Babies davor beim Getragenwerden von der Mutter herunterzufallen. Bei einem Sprung zum nächsten Ast greift das Baby nocheinmal ordentlich nach, um nicht abzustürzen. Auch diesen Reflex gibt es heute noch. Kontaktweinen: Das Kontaktweinen ist der Reflex der am häufigsten mit "Verwöhntsein" verwechselt wird. Lässt man ein Baby allein, fängt es sehr bald an zu weinen. Auch hier bringt ein Blick in die Vergangenenheit mehr Klarheit. Für ein Baby existiert ein Gegenstand oder eine Person, die aus seinem Gesichtsfeld verschwindet bzw. nicht mehr wahrnehmbar ist, nicht mehr. Sind die Bezugspersonen außer Sicht-, Riech-, Hör- oder Fühlweite, sind sie für den Verstand des Babys nicht existent. Aber ein einsames Baby ist leichte Beute für Hyänan oder andere Raubtiere. Durch das Weinen macht es auf sich aufmerksam und sichert sein Überleben. Weinende Babies wollen niemanden tyrannisieren, sie haben Todesangst. Ein Baby will, darf und sollte nicht allein sein. Anatomie der Babyhüfte: Die Hüftgelenke eines Babys und die eines Kindes/Erwachsenen sind unterschiedlich. Beim Baby sind die Hüftgelenke eher nach vorn orientiert, wodurch das Baby seine Beine (im Gegensatz zum Kind/ Erwachsenen) nicht nach hinten bewegen kann. Der Bewegungsspeilraum ist auf die vordere Körperhälte beschränkt, sogar so, dass die Oberschenkel des Babys nicht einmal die Unterlage berühren, wenn es flach liegt. Beobachtet man Babies beim Spielen, wird dies an der Haltung ihrer Beinchen deutlich. Diese sind angezogen und leicht gespreizt. Diese angehockte Position die die Babybeinchen einnehmen, wenn der Oberschenkelkopf am besten in der Hüpfpfanne sitzt wird auch beim Tragen auf der mütterlichen Hüfte eingenommen - das kann kein Zufall sein. gerundeter Babyrücken: Im Mutterleib ist das Baby quasi zusammengerollt und die Wirbelsäule ist gerundet (Totalkyphose). Dies ändert sich natürlich nicht plötzlich im Moment der Geburt. Bis das Kind allein läuft ist die Wirbelsäule noch gerundet bzw. teilweise gerundet und erst im Teenageralter ist die Ausreifung komplett abgeschlossen. Diese gerundete Haltung ist also eine für dieses Alter entsprechende physiologische Haltung, die für das Baby weder anstrengend noch ungünstig ist. Durch die stärker werdende Muskulatur entwickelt sich die Wirbelsäule des Kindes auch immer weiter hin zur s-förmigen Wirbelsäule die Erwachsene haben.Heißt auch, dass das Liegen auf einem flachen Untergrund nicht so entspannend ist wie es scheint, da sich das Baby ständig anstrengen und auf das Liegen konzentrieren muss. Die Anatomie des Säuglings deutet ebenfalls daraufhin, dass er getragen werden soll. Neugeborene haben nämlich einander zugewandte Fußsohlen und O-Beine. So können sie sich wunderbar um Mamas Hüften schlingen und passen sich gut an. Aber auch die Anatomie der Mutter hat sich so verändert, dass sie das Tragen begünstigt. Durch den aufrechten Gang hat sich das Becken den Frau so verändert, dass das Baby bei der Geburt noch hindurchpasst. Gleichzeitig entstand durch diese Verbreiterung ein wunderbarar "Sitz" für das Baby, sodass Mutter und Kind beim Tragen wie Schlüssel und Schloss zusammen passen.